Sommerabenteuer Forststeig in der sächsisch- und böhmischen Schweiz

Sommerabenteuer Forststeig in der sächsisch- und böhmischen Schweiz

Sommerabenteuer Forststeig in der sächsisch- und böhmischen Schweiz

Trekkingbericht über Nagetiere im Nachtlager, duftende Wälder, Blaubeeren ohne Ende, Zeckenbisse, Blasen an den Füßen sowie anderen Strapazen und Glücksmomenten.
Ich berichte, warum ich es mit dieser Tour aufgenommen habe und warum ich nach drei von fünf Wandertagen, vorzeitig die Heimreise angetreten habe. Kommt mit auf mein Sommerabenteuer, welches ich fotografisch dokumentiert habe. Begleitet wurde ich von meinem Herzensmensch Norman.
Auf geht’s zur neu erschlossenen Trekkingtour durch die sächsische- und böhmische Schweiz. Im April 2018 wurde die Strecke offiziell frei gegeben. Im Radio sowie im Globetrotter Dresden erfuhr ich von dieser Tour. Ich erinnerte mich sofort an die letzte Tour in Appenzell (Schweiz) genau vor einem Jahr. Voller Begeisterung erkundige ich mich bei Globetrotter (Dresden) sowie über die offizielle Forststeig Webseite, über den neunen Wanderpfad.

Karte Forststeig:

Die Tour ist über sieben Etappen geplant. Wir planen nicht die gesamte Tour zu laufen, sondern wir beschränken uns aus Zeitgründen auf fünf Etappen. Mit der Idee „Forststeig Elbsandstein“ wurde eine Tour geschaffen, die abseits öffentlicher Straßen führt. Man ist auf gut 100 km für sich, dem Wald, den Panoramen der sächsisch-böhmischen Nationalparkregion. Außerdem verbindet die Tour Deutschland und Tschechien.

Es gibt vor Antritt des Pfades einiges zu beachten:

  • Trekking-Tickets zum Übernachten in den entsprechenden Hütten oder Biwackplätzen besorgen
  • Zeckenimpfung / Zeckenzange mitnehmen
  • ausreichend Verpflegung (wir nutzen gefriergetrocknete Mahlzeit, Pumpernickel)
  • mind. 5 Liter Wasserreservoir (wir nutzen Katadyn Outdoor Wasserfilter BeFree)
  • Zelt, Isomatte und Schlafsack für Campingplatz
  • GPS Gerät (wir hatten kein GPS-Gerät, wird jedoch momentan noch benötigt, da die Strecke streckenweise schlecht beschildert bzw. markiert ist)

Wir starten im Juli des Jahrhundertsommer 2018 mit unserer Tour und unseren ca. 15 kg schweren Rucksäcken (Packliste für die wichtigsten Dinge füge ich am Ende bei). Los geht es direkt an der Haustür in Dresden, über den Neustädter Bahnhof mit dem Zug nach Schöna. In Schöna ausgestiegen geht die Tour ein paar Meter Hang aufwärts los.

Schon nach den ersten Metern, konnten wir an einem Bach unsere Wasserflaschen auffüllen. Wir gehen weiter und merkten schnell, dass wir sehr ehrgeizig nach den gelben Markierungen, die die gesamte Wegstrecke des Forststeiges markiert, achten müssen. Neue Wege wurden für den Pfad geschlossen und sind noch nicht gut sichtbar. Oft geht es durch dichtes Gras, Farn oder durch dicht zugewachsene Wege voller Brombeeren. Die Pflanzen- und Insektenwelt zeigt sich seit Beginn in voller Pracht.

Unsere erste größere Rast machen wir am Zschirnstein. Eine wahrlich beeindruckende Aussicht mit Sicht über die Tafelberge hinaus. Wir gehen nur nach der bereitgestellten Karte vom Forststeig. Wir haben für den Fall, dass wir nicht weiterkommen die App Komoot dabei.

Nach einer guten halben Stunde gehen wir weiter. Der Rucksack mit seinen 15 kg zeichnet schon die ersten Druckstellen ab. Jedoch ist das Gefühl des Gewichtes geringer geworden. Kurz nach dem Weitergehen haben wir Schwierigkeiten, wieder den richtigen Weg zu finden. Wir wussten, laut der Karte, dass wir den gleichen Weg vom Zschirnstein nicht wieder runter müssen, sondern es einen anderen Weg geben musste. Zunächst ging es ganz gut, dann haben wir zum ersten Mal den gelben Wegweiser verloren. Eine knappe halbe Stunde laufen wir in eine Richtung ohne das der Weg mit der letzten Markierung einen Abzweig genommen hatte. Wir wussten, jetzt haben wir uns verfranzt und liefen bis zum letzten Strich zurück. An der Markierung wieder angekommen, gingen wir den Zschirnstein abwärts und trafen bald auf den ersten Biwackplatz vom Forststeig.

Natürlich erkunden wir den Biwak-Platz jedoch wollen wir noch ein Stück weiter. Die letzten Meter bis zur Grenzbaude waren kräftezehrend. Ich muss sagen, an dem Tag möchte ich keinen Schritt mehr weiter laufen. Uns empfingen drei andere Wanderer. Die Grenzbaude ist ein massives Gebäude mitten im Wald. Zu diesem Zeitpunkt freuen wir uns, unser erstes Tagesziel erreicht zu haben. Außerdem freuen wir uns, auf ein warmes Essen. Später spielten wir zusammen mit den anderen Bewohnern Karten. Mit Einbruch der Dunkelheit ziehen nicht nur wir uns in das Haus zurück, sondern auch kleine und größere Nagetiere, die das Haus bewohnen und sich bestens auskennen die Gäste wach zu halten. Unsere Rucksäcke hängen wir über Nacht an die Decke. Diese Nacht, für mich eine Herausforderung. In den Zwischenwänden, in den Gängen, überall scharrte und raschelte es. Es viel uns allen sehr schwer Ruhe zu finden, um uns für den nächsten Tag zu erholen. Im Gästebuch beschrieben viele andere Rastende diese Problematik mit den Nagern.

Die Trekkinghütte hat folgende Ausstattung:

  • Aufenthaltsraum mit Holz
  • Brauchwassertank, welcher jedoch fast leer war und das restliche Wasser war unbrauchbar
  • Schlaflager mit 12 Plätzen
  • Komposttoilette

Tag 2: Weiter gingen wir zunächst von der etwas abgelegenen Grenzbaude auf die reguläre Route. Der Weg ging kilometerlang  auf der Grenze zwischen deutsch- und tschechischer Seite entlang. Wir überqueren einen Bach, dieser schenkt uns klares Wasser zum Zähneputzen und frisch machen für den Tag. Außerdem konnten wir dort unsere Wasserreserven auffüllen.

Nun gingen wir auf die tschechische Seite der Tour. Zunächst kamen wir an einer Ferienanlage (www.kristinhradek.cz) vorbei. Von dort aus gingen wir ca. 2 km auf einer Asphaltstraße. Unser Tagesziel ist, den Campingplatz in Ostrov zu erreichen.

Die Tour auf tschechischer Seite ist wunderbar beschildert, wir liefen und liefen bis zu unserem Zwischenziel, ein Turm mit kleinem Restaurantbetrieb (restaurace pod rozhlednou děčín). Wir gönnen uns einen kleinen Salat und zwei große Radler und schauen von oben auf die Stadt Decin. Der Tag gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Zwischendurch werden auch die ersten Blasen an den Füßen versorgt.

Auf tschechischer Seite laufen wir oft auf befestigten Straßen, so kommen wir sehr gut und zügig voran und können uns längere Pausen gönnen. In Ostrov erreichen wir schließlich unser Tagesziel. Den Campingplatz pod cisarem. Für jeweils 3 €/Person können wir auf dem gepflegten Campingplatz unser Zelt aufschlagen und die sanitären Einrichtungen nutzen. Tobias, den wir in der Grenzbaude getroffen haben, treffen wir in Ostrov wieder. Er hatte bereits sein Zelt aufgeschlagen. Zusammen gingen wir am Abend in das Camp Restaurant. Zuvor bemerkte ich die erste Zecke, die ich mit einer sehr filigranen Zange entfernen konnte. Wir schützten uns gegen Zecken mit Anti-Brum aus der Apotheke. Das Mittel hilft gegen Mücken, Zecken lassen sich davon nicht abschrecken.

Nach einer erholsamen Nacht, sind wir gegen neun in unseren 3. Wandertag aufgebrochen. Zunächst lief alles super, wir laufen wieder an der Grenze entlang, die Grenzsteine zeigen uns den Weg und sind mit der gelben Markierung versehen. Wir kommen an Blaubeerfeldern vorbei, an denen wir uns reichlich bedienen. Wir trugen uns in Trekkingbücher am Zeisigstein und Hartenstein ein. Diese Spots werden in der Karte auch als Aussichtspunkte aufgeführt.

Zwischen Hartenstein und Johanniswacht ein derber Rückschlag … wieder keine Markierungen und kein Telefonnetz damit ich nach der richtigen Route schaue kann. Der Weg mit dem Gepäck auf dem Rücken ist recht anspruchsvoll. Anspannung lag in der Luft, kaum auf deutscher Seite, ging die Suche nach den gelben Markierungen weiter. Von jetzt auf gleich, keine Markierung mehr. Eine Kreuzung mit vier abzweigenden Wegen … Dies nimmt uns mehr und mehr die Freude, diese Tour weiter zu gehen. Nach langen Hin und Her bemerkten wir, dass Markierungen ausgelöscht wurden. Den richtigen Forststeigweg finden wir nicht mehr und erreichen Johanniswacht sowie unser Tagesziel die Kamphütte über eine lange Schotterstraße. Hier beschließen wir, nach dem 3. Tag die Tour zu beenden und steigen an der Schweizermühle in den Bus in Richtung Königstein. Von Königstein fahren wir mit dem Zug nach Dresden.

 

Wir möchten an dieser Stelle gern an dieses Sommer-Abenteuer Forststeig anknüpfen, gerne schon im nächsten Jahr. Bis dahin appelliere ich an die Organisation des Forststeig/Sachsenforst, die Markierungen zu vervollständigen bzw. zu erweitern, um diese tolle Idee des Forststeig auszubauen. Für uns war es der Grund hier auszusteigen. In der folgenden Karte vom Forststeig füge ich unsere genaue Route mit Umwegen bei.
 
Habt ihr diese Tour auch gemacht? Gibt es andere Erfahrungen? Gibt es Fragen? … dann schreibt gern in das Kommentarfeld unten. Oder eine persönliche Mail.

 

Packliste
Rucksack 60l
Isomatte
Schlafsack
Outdoor-Handtuch
Zelt 3kg
Wanderstöcke
Nahrung (gefriergetrocknete Kost, Pumpernickel, Marmelade)
Trinkflaschen/Wasserfilter/Wassersack
Campingkocher
Multifunktionsbesteck
Campingtopf zum Kochen von Wasser
GPS
Taschenlampe/Kopflampe
Powerbank
Drogerie / Apotheke
Buscopan 
Neoangin
Betaisodona
Imodium
Doxycyclin Antibiotika (Breitband-Antibiotika)
Ibo
Paracetamol
Anti-Brum (Mücken-/Zeckenspray)
Zeckenzange
Cetirizin
Fenistilgel
Aspirin
Mull Kompressen
Kühlpad
Sonnenschutz
Binden
Desinfektionsspray
Kleines Stück Seife
Sieben Tage Sizilien – eine Reise mit kulinarischen Highlights und italienischem Wahnsinn mit Ausbrüchen eines Kulturschocks und viel Herzlichkeit in der Bevölkerung

Sieben Tage Sizilien – eine Reise mit kulinarischen Highlights und italienischem Wahnsinn mit Ausbrüchen eines Kulturschocks und viel Herzlichkeit in der Bevölkerung

Sieben Tage Sizilien – eine Reise mit kulinarischen Highlights, italienischem Wahnsinn mit Ausbrüchen eines Kulturschocks und viel Herzlichkeit in der Bevölkerung.

Meine Erwartung an die italienische Küche war natürlich groß. Das Angebot an italienischen Speisen in Deutschland mit sehr guter Qualität ist groß. Auf Pizza, Pasta und co wollte ich in den paar Tagen Italien verzichten. Neues entdecken und einfach etwas mehr italienische Esskultur erleben, war mir ein guter Vorsatz. zu 100% umsetzten lies er sich allerdings nicht immer. Angefreundet habe ich mich mit Arancini – eine typische Speise als Snack für unterwegs. Er besteht aus Reis und ist meist gefüllt – wahlweise mit Rhagout oder mit Hackfleisch und Erbsen. Anschließen wir der kleine Koloss paniert unt und frittiert. Sehr lecker für den Hunger zwischendurch. Jegliches Antipasti und Fleischgerichte mit etwas Pesto waren mein Favorit in diesem Urlaub. Die Vielfalt an Antipasti ist enorm und in einer Qualität, die ich vorher nicht kannte. Obst und Gemüse gab es in Vielfalt und in einer Frische, die ich so nicht erwartet habe. Orangen oder Zitronen vom Baum – direkt in den Mund.

Rechts überholen, links überholen, über rote Ampeln fahren, hupen was das Zeug hält: das entspricht nicht dem deutschen Standardrepertoire im Straßenverkehr. Der italienische Verkehrswahnsinn war zunächst eine Herausforderung. Erstaunlicherweise habe ich zum Ende gefallen an diesem Wahnsinn gefunden. Der Vorteil man kommt im Stadtverkehr nie zum stehen, jedoch erforderte es eine Menge an Konzentration und ein ruhiges Gemüht.

Auf der Fahrt über die Insel, vorbei an den berühmten und jetzt blühenden Pistazienfeldern in Bronte sowie Laverstein-Landschaften am bekannten und aktiven Vulkan Ethna, begegneten mir und meiner Reisebegleitung Alexandra stets freundliche Menschen.
Unsere Hauptziele führten uns von Catania nach Taormina, Palermo über Cefalu und wieder zurück nach Catania.

Übernachtet haben wir ganz bewusst im Hostel. Aus eigener Erfahrung ist der Kontakt mit anderen Reisenden sehr einfach. Auch hier in Sizilien wurde uns von anderen Reisenden sehenswertes berichtet, die wir sonst wahrscheinlich nicht entdeckt hätten. Auf diesem Weg, möchte ich nochmal Eric grüßen, der die Insel mit dem Fahrrad entdeckt und umrunden möchte. Wir lernten uns im Hostel kennen. Eric machte mit seinem Fahrrad einen Tag Pause in Palermo und kurzum beschlossen wir, einen Tag zusammen die Insel zu entdecken.

Mein Fazit von der Insel ist sehr gemischt. Ein Grund ist der viele Müll und Smog in den großen Städten. Dabei hatte ich den Eindruck, dass es in diesem Land kaum Verständnis für den Umweltschutz gibt. Papier, Dosen, Flaschen ect. fliegen einfach auf die Straße oder werden achtlos ins Grün geworfen. Dieses Verhalten spiegelt sich an einigen Stränden wieder an dem viel Müll angeschwemmt wird. Auf der anderen Seite duftet es von den blühenden Bäumen und die Insel stahlte im sattem Grün.

Eine Sache jedoch möchte ich unbedingt noch berichten die ich sicher nie vergessen werde. Die Kapuzinagrotte in Palermo ist eine Grabstätte vieler Gläubigen und wohlhabender Menschen. Man findet dort rund 2000 mumifizierte Tote vom 17. – Anfang 19. Jahrhunderts.
Hängend an Wänden, liegend in Särgen oder liegend in den dafür vorgesehenen Nischen wurden die Menschen hier in dieser Grotte bestattet. Nichts für schwache Nerven aber doch beeindruckend zu sehen.

Hier ein paar Eindrücke die ich fotografisch festgehalten habe …

 

 

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